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Kies und Schotter werden im Alltag oft synonym verwendet, doch es handelt sich um zwei grundverschiedene Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften und Einsatzbereichen. Wer das falsche Material wählt, riskiert instabile Unterbauten, rutschige Wege oder unnötig hohe Kosten. In diesem Beitrag erklären wir den Unterschied, stellen die gängigsten Körnungen vor und helfen Ihnen, das richtige Material für Ihr Projekt zu finden.

Der grundlegende Unterschied

Der Unterschied zwischen Kies und Schotter liegt in der Form der einzelnen Körner – und damit in ihrer Entstehung:

Kies (Rundkorn) entsteht auf natürliche Weise. Über Jahrtausende werden Gesteinsbrocken durch fließendes Wasser transportiert, dabei aneinander gerieben und abgerundet. Das Ergebnis sind glatte, runde bis ovale Körner. Kies wird in Kiesgruben oder Flussbetten abgebaut und anschließend nach Korngrößen sortiert.

Schotter (Brechkorn) wird künstlich hergestellt. Großes Gestein wird in einem Steinbruch gesprengt oder abgebaut und anschließend in einem Brecher mechanisch zerkleinert. Dadurch entstehen kantige, scharfkantige Körner mit rauen Bruchflächen. Schotter wird häufig auch als Splitt oder Brechkorn bezeichnet, je nach Korngröße.

Kies und Schotter im Vergleich

Warum die Form so wichtig ist

Die Kornform bestimmt, wie sich das Material unter Belastung verhält:

  • Schotter verzahnt sich: Die kantigen Körner greifen ineinander und bilden eine stabile, tragfähige Schicht. Deshalb wird Schotter für Unterbauten, Tragschichten und überall dort eingesetzt, wo Stabilität gefragt ist.
  • Kies rollt ab: Die runden Körner gleiten aneinander vorbei und lassen sich leicht verschieben. Kies verdichtet sich nicht so stark wie Schotter und ist daher wasserdurchlässiger – ideal für Drainage und Dekoration.

Faustregel: Wo Stabilität gebraucht wird, kommt Schotter zum Einsatz. Wo Wasser durchfließen oder eine dekorative Fläche entstehen soll, ist Kies die richtige Wahl.

Körnungen im Überblick

Die Körnung gibt an, welchen Durchmesser die einzelnen Körner haben. Die Angabe erfolgt immer als Bereich – z.B. 8/16 bedeutet, dass die Körner zwischen 8 und 16 Millimeter groß sind. Hier die gängigsten Körnungen und ihre Einsatzbereiche:

Kies-Körnungen

  • Kies 2/8: Feiner Zierkies für Beete, Vorgärten und als Pflasterbettung.
  • Kies 8/16: Der Allrounder. Perfekt für Drainage, Gartengestaltung und als Filterkies.
  • Kies 16/32: Gröberer Kies für Drainagen, Sickerschächte und als Füllmaterial.
  • Kies 32/56: Grober Kies für Gabionen, Böschungssicherung und als Grundlage für Wege.

Schotter- und Splitt-Körnungen

  • Splitt 2/5: Feiner Splitt zum Streuen im Winter oder als Fugensplitt für Pflasterflächen.
  • Splitt 5/8: Als Bettung für Pflastersteine und Platten – besser geeignet als Sand, da er nicht ausgeschwemmt wird.
  • Schotter 0/32: Die klassische Tragschicht unter Pflasterflächen, Terrassen und Wegen. Das Gemisch aus feinen und groben Körnern verdichtet sich besonders gut.
  • Schotter 0/45: Frostschutzschicht für Einfahrten und Straßen. Die grobe Körnung verhindert Frostschäden.
  • Schotter 32/56: Für den Unterbau von Gleisen, schwer belasteten Flächen und als Drainageschicht.

Typische Einsatzbereiche im Vergleich

Damit Sie auf einen Blick sehen, welches Material wofür geeignet ist:

  • Einfahrt (Unterbau): Schotter 0/45 als Frostschutz, darauf Schotter 0/32 als Tragschicht
  • Pflasterbettung: Splitt 2/5 oder Brechsand
  • Drainage: Kies 8/16 oder 16/32
  • Gartenweg: Schotter 0/32 als Unterbau, Splitt oder feiner Kies als Deckschicht
  • Zierflächen und Beete: Kies 8/16 oder 16/32 in gewünschter Farbe
  • Betonherstellung: Kies 0/16 oder 0/32 als Zuschlag
  • Gabionen: Schotter oder Bruchsteine 60/120 oder 80/150

Wie viel Material brauche ich?

Die Berechnung ist einfach: Fläche (in m²) multipliziert mit der gewünschten Schichtdicke (in Metern) ergibt das benötigte Volumen in Kubikmetern. Da Kies und Schotter jedoch nach Gewicht verkauft werden, müssen Sie das Volumen noch in Tonnen umrechnen. Als Faustregel gilt:

  • 1 m³ Kies wiegt ca. 1,5 bis 1,7 Tonnen
  • 1 m³ Schotter wiegt ca. 1,6 bis 1,8 Tonnen

Ein Beispiel: Für eine Tragschicht von 20 cm auf einer Fläche von 30 m² benötigen Sie 30 x 0,20 = 6 m³ Schotter, also etwa 10 Tonnen. Unsere Fachberater bei Baustoffe Steinbach helfen Ihnen gerne bei der genauen Berechnung.

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