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Feuchte Kellerwände, stehendes Wasser auf dem Rasen oder aufgeweichte Beete nach jedem Regen – das sind typische Zeichen für eine fehlende oder mangelhafte Drainage. Besonders in der Region Kassel und Nordhessen ist dieses Thema relevant, denn die hier verbreiteten lehmigen und tonhaltigen Böden lassen Wasser nur schlecht versickern. Eine gut geplante Drainage schützt Ihr Haus vor Feuchteschäden und Ihren Garten vor Staunässe.

Warum Drainage in Nordhessen besonders wichtig ist

Die geologischen Verhältnisse in der Region Kassel sind anspruchsvoll. In den Tälern von Fulda, Diemel und Losse finden sich häufig Auelehmböden, die Wasser regelrecht stauen. In den Hanglagen – etwa in Harleshausen, Nordshausen oder am Brasselsberg – drückt Hangwasser gegen Kelleraußenwände. Und in den Neubaugebieten, wo der Oberboden durch Baufahrzeuge verdichtet wurde, versickert Regenwasser oft nur noch sehr langsam.

Hinzu kommt, dass Nordhessen im Schnitt mehr Niederschlag erhält als viele andere Regionen Deutschlands. Rund 700 bis 800 Millimeter Regen pro Jahr fallen in Kassel – in den Höhenlagen sogar deutlich mehr. All das macht eine funktionierende Drainage rund ums Haus besonders sinnvoll.

Drainagerohr verlegen im Garten – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Arten von Drainage-Systemen

Je nach Problemstellung kommen unterschiedliche Drainage-Systeme zum Einsatz:

  • Ringdrainage (Hausdrainage): Wird rund um das Fundament des Hauses verlegt und leitet Sickerwasser vom Gebäude weg. Sie liegt auf Höhe der Fundamentsohle und mündet in einen Kontrollschacht oder die Kanalisation.
  • Flächendrainage: Kommt bei großflächig stauendem Wasser im Garten zum Einsatz. Drainagerohre werden in regelmäßigen Abständen (2-4 Meter) im Boden verlegt und entwässern die Fläche gleichmäßig.
  • Liniendrainage: Eine einzelne Drainageleitung, die Wasser an einer bestimmten Stelle sammelt – etwa am Fuß einer Stützmauer oder am Rand einer Terrasse.
  • Rigole / Versickerungsmulde: Eine mit Kies gefüllte Grube oder Mulde, in der Regenwasser zwischengespeichert wird und langsam versickern kann.

Welche Materialien brauchen Sie?

Für eine fachgerechte Drainage benötigen Sie folgende Materialien, die Sie alle bei Baustoffe Steinbach erhalten:

  • Drainagerohre: Perforierte Kunststoffrohre (DN 100 oder DN 150), die das Wasser aufnehmen und ableiten.
  • Filterkies: Kies der Körnung 8/16 oder 16/32 umgibt das Drainagerohr und sorgt für eine gute Wasserdurchlässigkeit.
  • Geotextil (Vlies): Umhüllt die Kiespackung und verhindert, dass Feinteile aus dem umgebenden Boden den Kies und das Rohr zusetzen.
  • Kontrollschächte: An Richtungsänderungen und alle 50 Meter werden Kontrollschächte eingebaut, über die die Drainage gespült werden kann.
  • Noppenbahn: Schützt bei einer Hausdrainage die Kelleraußenwand und leitet Wasser zum Drainagerohr.

Wichtig: Eine Drainage ersetzt keine Abdichtung! Wenn Ihre Kellerwände feucht sind, sollte zuerst die Abdichtung geprüft und gegebenenfalls erneuert werden. Die Drainage ist eine ergänzende Maßnahme.

DIY oder Fachbetrieb?

Eine einfache Flächendrainage im Garten können handwerklich geschickte Heimwerker durchaus selbst anlegen. Die Arbeitsschritte sind überschaubar: Graben ausheben (Tiefe ca. 60-80 cm), Gefälle von mindestens 1-2 Prozent einhalten, Vlies auslegen, Kiesbett anlegen, Drainagerohr einlegen, mit Kies auffüllen, Vlies verschließen und Boden wieder aufbringen.

Bei einer Ringdrainage am Haus sieht die Sache anders aus. Hier müssen die Kelleraußenwände freigelegt werden, was bei einem bestehenden Gebäude ein erheblicher Aufwand ist. Außerdem muss die Drainage an die Kanalisation angeschlossen werden, was eine Genehmigung erfordern kann. In diesem Fall empfehlen wir, einen Fachbetrieb zu beauftragen.

Häufige Fehler vermeiden

Die häufigsten Fehler bei der Drainage-Verlegung sind:

  1. Falsches Gefälle: Ohne ausreichendes Gefälle (mindestens 0,5 %, besser 1-2 %) kann das Wasser nicht abfließen und staut sich im Rohr.
  2. Kein Vlies: Ohne Geotextil verschlämmt der Kies innerhalb weniger Jahre und die Drainage verliert ihre Funktion.
  3. Falscher Kies: Zu feiner Kies (unter 8 mm) setzt sich schneller zu. Verwenden Sie Filterkies 8/16 oder 16/32.
  4. Fehlende Kontrollschächte: Ohne Revisions-Möglichkeit kann eine verstopfte Drainage nicht gespült werden.
  5. Kein Ablauf: Das Wasser muss irgendwohin – in eine Rigole, einen Vorfluter oder die Kanalisation. Ohne definierten Ablauf funktioniert keine Drainage.

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Ausführlicher Ratgeber zum Thema:

Drainage verlegen – Schritt-für-Schritt-Anleitung